Historie

Seit Menschengedenken zählt die persönliche Gesundheit, deren Erhalt oder Wiederherstellung, zu den zentralen Themen. Mit dem Entstehen der modernen Industriegesellschaft im 19. Jahrhundert hat der Staat viele die Gesundheit berührende Bereiche durch Gesetz geregelt, Institutionen gegründet und Zuständigkeiten festgelegt.

Für die Entwicklung des deutschen Gesundheitssystems war die Einführung der gesetzlichen Krankenversicherung durch die Sozialgesetzgebung von Bismarck im Jahr 1883 ein wichtiger Meilenstein. Prägende Merkmale der Sozialpolitik des Deutschen Kaiserreichs - nicht zuletzt das Monopol der Kassenärztlichen Vereinigung - sind heute noch Bestandteil unseres Gesundheitssystems, das im Wesentlichen aus drei Funktions-Ebenen besteht:

1. Staatliche Steuerung
Staatliche Stellen (Bund, Länder und Kommunen) stellen die Rahmenbedingungen für die Krankenversorgung und -finanzierung, Arzneimittelversorgung sowie von der Medizin- und Blutprodukten, die zumeist vom Bundesministerium für Gesundheit durch Bundesgesetz (Fünftes Buch Sozialgesetzbuch -SGB V) geregelt werden.

2. Mittelbare Staatsverwaltung
Körperschaften und Verbände (Bund der Krankenkassen, Kassenärztliche Bundesvereinigung usw.) deren Aufgabe ist es, die gesundheitliche Versorgung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung zu organisieren und zu sichern.

3. Marktwirtschaftliche Steuerung
Unternehmen, Organisationen und Vereinigungen (Private Krankenversicherung, Hartmannbund, Marburger Bund, MEDI GENO usw.) konkurrieren im freien Wettbewerb.