Situation im deutschen Gesundheitswesen

Entwicklung und Wachstum des Gesundheitsmarktes sind geprägt durch die Zunahme der Lebenserwartung und Veränderung der Altersstruktur innerhalb unserer Gesellschaft, dem verstärkten Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung, dem rasanten medizinischen Fortschritt, den Einspar- und Liberalisierungsstrategien der Regierung und den damit verbundenen intensiven staatlichen Regulierungen; daraus resultierend hohe Fallzahlen und niedrige Vergütungssätze für die Leistungserbringer sowie eine äußerst schwierige Wettbewerbssituation, die oft noch verschärft wird durch medizinferne, aber kapitalkräftige internationale Anbieter, die auf den deutschen Gesundheitsmarkt drängen, Klinikketten, Medizinische Versorgungs-Zentren, Laborgemeinschaften, Pflegeheime gründen und zur Optimierung ihrer Wertschöpfung oligopolistische Strukturen mit horizontalen und/oder vertikalen Verflechtungen etablieren. Im ambulanten Bereich geschieht dies vorwiegend durch Medizinische Versorgungs-Zentren, die mit den niedergelassenen „Kleinunternehmen“, den Arztpraxen, in Wettbewerb treten. 

 

Die Politik versucht seit Jahrzehnten, die Diskrepanz zwischen steigenden Gesundheitskosten und sinkenden Krankenversicherungsbeiträgen durch intensive staatliche Regulierungen zu lösen - zu Lasten der Ärztinnen und Ärzte im Bereich der ambulanten Versorgung.

 

Einer Studie zufolge geht jeder Deutsche durchschnittlich 17,7 mal zum Arzt. Abhängig von Fachrichtung und Behandlungsleistung kann das Honorar für niedergelassene Ärzte gerade mal bei 34 Euro pro Patient und Quartal(!) liegen. Um bei den niedrigen Vergütungssätzen wirtschaftlich über die Runden zu kommen, hat der Arzt pro Tag bis zu 60 Patienten zu beraten - das sind pro Patient durchschnittlich gerade mal 8 Minuten Beratungszeit!

 

54 % der befragten Ärzte sind mit der derzeitigen Situation unzufrieden. Auch die Zahl neuer Ärzte ist aufgrund unsicherer und unbefriedigender Berufsperspektiven zurückgegangen, was bei einer fortschreitenden Überalterung der niedergelassenen Ärzte (20% sind älter als 60 Jahre) zusätzliche Probleme für die wohnortnahe Gesundheitsversorgung schafft.

 

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